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AWO Kreisverband Wiesbaden e.V. lässt nach nur 10 Monaten das Insolvenzverfahren hinter sich

Die Sanierung des AWO Kreisverbands Wiesbaden e.V. ist damit so gut wie abgeschlossen

Auf ihrer Versammlung am 28. September 2021 haben die Gläubiger den im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens unter Begleitung durch den Sachwalter Dr. Jan Markus Plathner entwickelten Insolvenzplan einstimmig gebilligt. Das zuständige Amtsgericht Wiesbaden hat den Insolvenzplan am selben Tag bestätigt. Am 12. Oktober 2021 hat der Insolvenzplan Rechtskraft erlangt. Der Beschluss über die Aufhebung des Insolvenzverfahrens wurde vom zuständigen Amtsgericht Wiesbaden am 30. November 2021 gefasst. Und damit hat der AWO Kreisverband Wiesbaden das Recht zurückerhalten, über sein Vermögen frei zu verfügen.

„Zum guten Gelingen haben viele Faktoren aber vor allem viele Expert:innen beigetragen, denen wir herzlich danke sagen“, so Wolfgang Hessenauer. Allen voran Sachwalter Dr. Jan Markus Plathner und Rechtsanwältin Kathrin Brockmeyer (Kanzlei Brinkmann & Partner), die den Sanierungsprozess kompetent begleitet und überwacht haben. „Ich bin sehr froh über dieses Verfahrensergebnis und wünsche dem AWO Kreisverband Wiesbaden e.V. und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Erfolg für die Zukunft“, teilte Dr. Jan Markus Plathner mit. „Vor allem sind wir dankbar, für die kompetente Begleitung durch Sanierungsberater und Rechtsanwalt Dr. Eike Happe, der gemeinsam mit den Kolleg:innen Wirtschaftsjurist Michael Schütte, Steuerberaterin Dorit Aurich, Steuerberater Michael Schmidt und ihrem kompetenten „Fibu-Team“ (Kanzlei Eckert Rechtsanwälte), diese gelungene Zukunftslösung für die AWO Wiesbaden mit uns erreicht haben“ betonen Vorstand Franz Betz und Sanierungsgeschäftsführerin Dr. Andrea Piro. „Dass diese Lösung auch die Gläubiger überzeugt hat, zeigt sich an der einstimmigen Bestätigung auf der Gläubigerversammlung“, ergänzt Wolfgang Hessenauer.

„Den Mitgliedern des Gläubigerausschusses danken wir herzlich dafür, dass sie sich von der konstituierenden Sitzung an am 25. November 2020 bis zur letzten Sitzung vor Verfahrensaufhebung am 21. Oktober 2021 die Zeit genommen haben, unseren Sanierungskurs so konstruktiv und mit sachkritischem Rat zu begleiten“, so Wolfgang Hessenauer. Unser herzlicher Dank gilt den Vertreter:innen der Bundesagentur für Arbeit und der Frankfurter Sparkasse, Rechtsanwalt Dr. Daniel Röder (Greenfort Partnerschaft von Rechtsanwälten) und vor allem Jochen Haferkamp (Betriebsratsvorsitzender des AWO Kreisverbands Wiesbaden e.V.) „Wir haben uns anfangs nicht vorstellen können, diesen so wichtigen Austausch im Digitalformat durchführen zu können, aber Corona-bedingt blieb uns ja nichts anderes übrig“ so Franz Betz. „Das zeigt aber auch, wie gut erfahrene Profis unter solch erschwerten Bedingungen zusammenarbeiten können“ ergänzt Dr. Andrea Piro.

Aufgrund von massiven Verfehlungen, wirtschaftlich falschen Entscheidungen und versäumtem wirtschaftlichen Handeln der früheren Verantwortlichen in Geschäftsführung und Vorstand ist der AWO Kreisverband Wiesbaden in diese wirtschaftliche Schieflage geraten, die auch zum Verlust der Gemeinnützigkeit für die Jahre 2014 bis 2020 geführt hat. „Ohne die kompetente Unterstützung bei der Aufklärungsarbeit durch Rechtsanwalt Björn Krug (Wirtschaftsstrafrechtskanzlei Ignor & Partner) und die Rechtsanwälte Dr. Jens-Wilhelm Oberwinter, Dr. Daniel Röder, Dr. André Fischels und Dr. Felix Ries (Greenfort Partnerschaft von Rechtsanwälten), die die Trennungsprozesse von den früheren Verantwortlichen und von diesen Begünstigten sowie die Schadensersatzansprüche des AWO Kreisverbands Wiesbaden gegen diese kompetent ermittelt haben und durchsetzen werden, wären wir nicht so weit gekommen“, so Wolfgang Hessenauer. Franz Betz und Dr. Andrea Piro ergänzen: „Bei Beginn der Aufräumungs- und Aufklärungsarbeit im Vorfrühling 2020 war überhaupt nicht absehbar war, welch immense Vermögensschäden von den früheren Verantwortlichen herbeigeführt wurden“. Im Auftrag des Sachwalters wurden von Rechtsanwältin Simone Theurer und Rechtsanwalt Daniel Vos (Theurer & Vos Rechtsanwälte) Anfechtungsansprüche ermittelt und etwa 30 Klagen gegen die früheren Verantwortlichen und von diesen Begünstigte rechtshängig gemacht. „Alle erzielten Gelder aus Anfechtungs- und Schadensersatzansprüchen kommen den Gläubigern zugute“, so Dr. Andrea Piro. „Wir hoffen daher sehr darauf, dass die Gerichtsverfahren sich nicht länger als nötig hinziehen“ ergänzen Wolfgang Hessenauer und Franz Betz.

„Unser ganz besonderer Dank gilt den 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des AWO Kreisverbands Wiesbaden, die uns vertraut haben, unseren Sanierungskurs maßgeblich dadurch unterstützt haben, indem sie uns von März bis August 2021 Tarifbestandteile gestundet haben und uns vor allem während des Insolvenzverfahrens die Treue gehalten haben“, so die Vorstände Wolfgang Hessenauer und Franz Betz. „Wir sind sehr erleichtert darüber und stolz darauf, dass wir die gestundeten Beträge seit September an die Belegschaft zurückzahlen können“, ergänzt Sanierungsgeschäftsführerin Dr. Andrea Piro. Bis Ende Dezember 2021 sind alle gestundeten Beträge vollständig zurückgezahlt, und alle Beschäftigten, die uns während des Insolvenzverfahrens die Treue gehalten haben, erhalten einen Treuebonus. Das ist im „Tarifvertrag zur Sicherung der Zukunft des AWO Kreisverbands Wiesbaden e.V.“ geregelt, der in diesem Sommer unter der Verhandlungsführung von Landesfachbereichssekretär Stefan Röhrhoff und Gewerkschaftssekretär Armin Loew (beide ver.di) sowie Referent Andreas Werther (GEW Frankfurt) mit beiden Gewerkschaften vereinbart wurde.

„Die durch den Insolvenzplan mögliche Basisquote von 22 Prozent und die Aussicht auf weiteren Forderungsausgleich mit Realisierung von Anfechtungs- und Schadensersatz-ansprüchen für die nicht besicherten Insolvenzgläubiger, ist, gerade im direkten Vergleich mit ähnlich gelagerten Insolvenzverfahren, ein großer Erfolg“, so die Sanierungsberater Dr. Eike Happe und Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert (Kanzlei Eckert Rechtsanwälte). Mit der Sanierung ist es Vorstand, Sanierungsgeschäftsführerin und den Sanierungsberatern unter Federführung von Dr. Eike Happe gelungen, den Geschäftsbetrieb umfassend zu stabilisieren, während des gesamten Prozesses ohne Unterbrechungen fortzuführen und 450 Arbeitsplätze in neun Kitas, den Pflegeeinrichtungen Konrad Arndt und Robert Krekel sowie in weiteren Einrichtungen des Kreisverbands zu erhalten und wieder zukunftsfähig zu machen.

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